Die Zahl der Geburten in Österreich ist auch 2024 weiter gesunken. Laut der Studie „Familien in Zahlen“ kamen im Vorjahr 77.238 Kinder zur Welt – rund 370 weniger als 2023 und deutlich weniger als noch 2021 mit über 86.000 Geburten. Die Fertilitätsrate sank von 1,44 auf 1,31 Kinder pro Frau und liegt damit weiterhin klar unter dem Wert, der für eine stabile Bevölkerungsentwicklung nötig wäre.
Auffällig ist der Unterschied zwischen den Müttern: Während Österreicherinnen im Schnitt 1,22 Kinder bekommen, liegt die Fertilitätsrate bei Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft bei 1,58. Gleichzeitig steigt das Alter der Mütter weiter an. Frauen bekommen ihr erstes Kind im Durchschnitt mit 30,4 Jahren, ein historischer Höchstwert. Geburten von Frauen über 40 bleiben mit 3,6 Prozent dennoch vergleichsweise selten.
Große regionale Unterschiede zeigen sich bei der Herkunft der Eltern. Österreichweit sind rund zwei Drittel der Mütter und Väter im Inland geboren, in Wien hingegen ist dies nur bei einer Minderheit der Fall. Dort stammen die meisten Eltern von Neugeborenen aus dem Ausland. Auch der Anteil der unehelich geborenen Kinder ging zuletzt auf 38,1 Prozent zurück.
Familienministerin Claudia Plakolm sieht den Geburtenrückgang als Teil eines internationalen Trends. Die Politik könne vor allem durch bessere Rahmenbedingungen wie den Ausbau der Kinderbetreuung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf dazu beitragen, ein familienfreundlicheres Klima zu schaffen.
©derstandard.at, 29.12.2025