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In Vitro Fertilisation (IVF): Risiken und Probleme

Es kann in seltenen Fällen zu einem Versagen der Stimulationsbehandlung und folglich zu keinem Follikelwachsum kommen. Selbst die Steigerung der Dosierung zeigt keine Wirkung. Bei der Punktion werden aus durchschnittlich 80 Prozent der zuvor im Ultraschall gesehenen sprungreifen Follikel Eizellen gewonnen. Gelegentlich kommt es jedoch vor, dass die Follikel leer sind und keine Eizelle gewonnen werden kann.  

Ursachen können sein:
- die Follikel sind leer (Zystenbildung)
- die Follikel sind unmittelbar vor der Punktion gesprungen
- im Moment der Punktion reißt die Follikelwand ein und der Inhalt ergießt sich in die Bauchhöhle
- in einigen Fällen liegen die Eierstöckein in einer nicht punktierbaren Position, sie sind zu beweglich und weichen vor der Nadel in die Bauchhöhle aus.

Bis zu 80 Prozent der gewonnenen Eizellen lassen sich in der Regel befruchten. Gelegentlich ist die Befruchtungsrate jedoch eingeschränkt, da sie vom Reifezustand der Eizellen sowie von der männlichen Samenqualität abhängig ist.

Während der Punktion, Aufbereitung der Eizellen und Inkubation der Embryonen im Labor kann es durch technische Ausfälle oder Missgeschicke von Mitarbeitern zu einem Missglücken der Kultur kommen. Falls Embryonen oder Spermien eingefroren werden, kann es passieren, dass es zu Gebrechen an den Aufbewahrungsbehältern kommt. Dies kann zur Folge haben, dass die Embryonen nicht mehr verwendbar sind. Das Kinderwunsch Institut Dr. Loimer trifft natürlich alle möglichen Maßnahmen, um dies zu verhindern.

In seltenen Fällen kann der Embryotransfer durch den Gebärmutterhals in den Gebärmutterkörper schwierig und auch schmerzhaft sein. Selten kommt es nach dem Einsetzen zu Entzündungen in der Gebärmutter. Sehr selten misslingt der Embryotransfer völlig.

Das größte (bisher ungelöste) Problem bei der IVF stellt nach wie vor der Embryoverlust nach dem Transfer durch Nicht-Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut dar. Leider nisten sich viele Embryonen nicht ein. Da die Ursachen hierfür weitgehend unbekannt sind, kann weder von unserer noch von Ihrer Seite etwas dagegen unternommen werden. Es wird versucht, die sogenannte „Gelbkörperphase“ (die Zeit nach dem Transfer) durch hormonelle Unterstützung zu optimieren. Der Erfolg der Bemühungen – also die Geburt des gewünschten Kindes – kann leider niemals vorab garantiert werden.

Durch die Hormonstimulation ergibt sich das Risiko einer Überstimulation der Eierstöcke. Diese seltene Komplikation tritt meist nach der Punktion auf. Warnsymptome sind ein dicker, geblähter Leib, Schmerzen im Bauch, Übelkeit, Atemnot oder Hustenreiz, verminderte Harnmenge. Klinisch steht dabei die Bluteindickung im Vordergrund. Dadurch steigt die Gefahr von „Blutgerinnseln“, sogenannten Thrombosen oder Embolien. Die Behandlung besteht in blutverdünnenden Maßnahmen. Die Therapie sollte bei ausgeprägten Fällen immer stationär in einem Krankenhaus erfolgen, da dieses Krankheitsbild für die Patientin potentiell sehr gefährlich sein kann. Wenn die Patientin schwanger wird, können diese Symptome bis zur 10. Schwangerschaftswoche bestehen bleiben. Danach verschwinden sie meist ohne bleibende Schäden von selbst.

Durch die Größe der Eierstöcke kann es auch zu einer Drehung der Eierstöcke um die eigene Achse kommen. Diese ist sehr schmerzhaft und birgt die Gefahr der Minderversorgung des betroffenen Eierstocks mit Blut – in einem derartigen Fall muss meist eine operative Intervention mittels Bauchspiegelung erfolgen, die ebenfalls einen kurzen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen kann.

Im Kinderwunsch Institut Dr. Loimer besteht keine Möglichkeit der stationären Überwachung. Daher werden wir im Vorfeld der Behandlung abklären, welche gynäkologische Facheinrichtung (wohnortnahe Gyn-Fachabteilung mit der Möglichkeit der 24-h-Akutversorgung) im Falle von Problemen oder Komplikationen von Ihnen kontaktiert werden kann.

Die Punktion der Eibläschen wird in den meisten Fällen in Sedoanalgesie oder Kurznarkose durchgeführt. Auch die Sedoanalgesie bzw. Kurznarkose kann zu Komplikationen führen (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, in seltenen Fällen sogar Atem- oder Herzstillstand).

Verletzungen von Blutgefäßen, Darmschlingen oder dem Harnleiter: Bei der Punktion sticht der Arzt mit einer dünnen Nadel durch die Scheidenwand in die Eierstöcke. Dabei können Nachbarorgane verletzt werden. Ein glatter Durchstich des Darmes oder auch der Harnblase ist relativ ungefährlich. Problematisch sind jedoch Verletzungen der Beckenwandgefäße oder des Harnleiters, wobei es zu stärkeren inneren Blutungen oder Austreten von Harn in den Bauchraum kommen kann. Dies kann eine operative Versorgung im Krankenhaus nach sich ziehen. Ein erhöhtes Risiko für Verletzungen und weiteren Komplikationen besteht bei ungünstiger anatomischer Lage der Beckenorgane und bei Zustand nach Voroperationen im kleinen Becken.

Ein weiteres Risiko besteht in der Verschleppung von Keimen in den Bauchraum mit nachfolgender Infektion. Auch diese Komplikation ist selten und lässt sich meist durch Antibiotika gut behandeln. Nur in seltenen Fällen ist eine Operation erforderlich („Bauchfellentzündung“ oder Abszess im Bauchraum). Leider sind auch schwere Verläufe mit Sepsis und Organverlust (notwendiger Entfernung von Eileitern und/oder Gebärmutter mit der Folge der bleibenden Unfruchtbarkeit wie auch möglichen bleibenden psychosexuellen Störungen) in  Ausnahmefällen möglich. Infektionen können neben der Punktion auch beim Embryotransfer entstehen.

Durch eine IVF ist das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht. Etwa 15-25 % aller eingetretenen Schwangerschaften sind Zwillingsschwangerschaften. Drillings- oder Vierlings Schwangerschaften sind dagegen eher selten, können aber auch entstehen, wenn weniger Embryonen eingesetzt werden.

Mehrlingsschwangerschaften sind NICHT das primäre Ziel unserer reproduktionsmedizinischen Maßnahmen, da ein deutlich erhöhtes Risiko für Komplikationen (Frühgeburt, Gestose und Schwangerschaftsvergiftung sowie Behinderung eines/mehrerer Kindes/Kinder besteht. Vor allem bei höhergradigen Mehrlingen (Drillinge und Vierlinge) bestehen vervielfacht sich dieses Risiko noch weiter.

Eine gute und vor allem in den ersten beiden IVF-Versuchen empfohlene Maßnahme, das Risiko von Mehrlingen zu senken, ist der Einzeltransfer: nachdem uns  mit dem Frieren von Embryonen und Verwendung in nachfolgenden Zyklen ohne wesentliche Einschränkung der Schwangerschaftsrate eine gute Labortechnik zur Verfügung steht, können die Embryonen auch Hintereinander statt Miteinander transferiert werden. In einem Einzeltransfer kommt es nur in ca. 2 Prozent zu Mehrlingen (durch Teilung des Embryos).

Obwohl bei IVF die Embryonen eigentlich in die Gebärmutterhöhle transferiert werden, besteht trotzdem das Risiko einer Eileiterschwangerschaft. Eileiterschwangerschaften treten bei natürlich eingetretenen Schwangerschaften in 2 Prozent der Schwangerschaften auf – bei künstlicher Befruchtung mit Embryotransfer in 3 Prozent. Eileiterschwangerschaften sind durch die Gefahr der inneren Ruptur (des Aufplatzens) mit hohem und möglicherweise lebensbedrohlichem Blutverlust sehr gefährlich. Sollten sich also Blutungen in der Frühgravidität, Schmerzen, Beschwerden, Kreislaufprobleme oder zögerliche ß-HCG-Verläufe zeigen, ist unbedingt an einer geeigneten Einrichtung (z.B. einer wohnortnahen Gyn-Fachabteilung) eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen.

Manchmal sitzen diese „ektopen“ Schwangerschaften auch nicht im Eileiter, sondern z.B. im Abgang der Eileiter, im Bereich der Kaiserschnittnarbe und können sich dort nicht korrekt entwickeln und auch zu den oben genannten Problemen und Folgen führen. Auch in diesen Fällen braucht die Patientin dann eine medikamentöse oder chirurgisch/operative Therapie.

Bei eingetretener Schwangerschaft durch IVF oder ICSI ist das Risiko einer Fehlgeburt fast doppelt so hoch wie bei einer Schwangerschaft auf natürlichem Weg. Fehlgeburten entstehen jedoch aus einem Grund: da sie oft Embryonen betreffen, die kein Potential für eine gesunde Lebendgeburt aufgewiesen hätten, bewahrt uns also die Fehlgeburt oft vor einem nicht gesunden Kind.

Psychische Probleme können vor, während oder nach der Behandlung auftreten. Sollten bei Ihnen psychologische Grundfaktoren vorliegen, die Ihnen Anlass zur Sorge geben, ob und wie sich die Behandlung mit den immer möglichen Konsequenzen und Folgen (mögliche Erfolglosigkeit, …) auf Sie auswirken wird bitte wir Sie, dies anzusprechen und wir werden beim Beratungsgespräch geeignete Hilfen und Maßnahmen für Sie besprechen.

Ein eindeutiger Zusammenhang mit der Hormonbehandlung und dem Auftreten von späteren Brust-, Gebärmutter oder Eierstockkrebsfällen ist bislang nicht eindeutig nachgewiesen – aber prinzipiell möglich. Insbesondere bei familiärer Häufung von derartigen Krebsfällen und besonders bei BRCA-Mutationen kann es zur Anregung von okkulten („schlummernden“) Carcinomen kommen.

Daten zur Gesundheit der Kinder nach IVF und ICSI  zeigen abweichende Ergebnisse: der absolute Großteil, der mit IVF und ICSI gezeugten Kinder ist völlig gesund. Während auf natürlichem Wege gezeugte Kinder eine Rate an Erkrankungen laut den meisten Studien von ca. 2 bis 5 Prozent aufweisen liegt sie bei Kinderwunschpaaren Studien manchmal um bis zum Faktor 2 höher - dabei scheint kein wesentlicher Unterschied zwischen den Methoden (IVF, ICSI, auch Inseminationen) zu bestehen. Allgemein haben also Paare, die eine Fruchtbarkeitstherapie benötigen (und das beschränkt sich nicht auf IVF und ICSI) ein höheres Risiko für gesundheitliche Probleme bei Kindern.

Dafür können auch (unentdeckte - weil bei der Patientin selber nicht zu Erkrankungszeichen führende) genetische Besonderheiten verantwortlich sein, die bei Kinderwunschpaaren häufiger anzutreffen sind als im Kollektiv der "normal-fruchtbaren Paare". Es kann immer die seltene Möglichkeit bestehen, dass es durch unerkannte genetische Besonderheiten zu Erkrankungen des Kindes mit auch schwerwiegenden Problemen kommen kann. Einige dieser Besonderheiten können durch genetische Laboranalysen (z.B. einer Chromosomenanalyse beider Partner) entdeckt werden.

Werden genetische Besonderheiten gefunden, gibt es – je nach Schwere und Art des Befundes – oft die Möglichkeit der Präimplantationsdiagnostik (das heißt: der genetischen Untersuchung des Embryos vor dem Einsetzen), die die Geburt eines erkrankten Kindes verhindern kann. Wir beraten Sie gerne hinsichtlich dieser Möglichkeiten und besprechen auch die zu erwartenden Kosten und Wartezeiten.

Ein wesentlicher Aspekt hinsichtlich der Gesundheit der Kinder dürfte aber vor allem das Alter spielen: immer mehr Paare wünschen sich Kinder in einer Lebensphase, in der bereits gesundheitliche Probleme bei Nachkommen gehäuft auftreten. Ein Beispiel sei hier der Morbus Down (Trisomie 21), dessen Häufigkeit mit dem Alter der Mutter (und auch - aber weniger - dem des Vaters) korreliert ist und der bei über 35jährigen Frauen signifikant häufiger auftritt als bei Frauen in jüngerer Lebensphase. Für das väterliche Alter sind Korrelationen nicht so deutlich - allerdings muss ab einem väterlichen Altem von > 45 Jahren ebenfalls mit gehäuftem Auftreten von Down-Syndrom und weiteren (insgesamt aber immer noch seltenen) Störungsbildern (neuropsychologische Entwicklung, Diabetes, ...) gerechnet werden.

Bitte beachten Sie: durch rein optische Beurteilung des Embryos, wie es in einer Routine-IVF/ICSI geschieht, kann ein Down-Syndrom NICHT erkannt werden. Auch eine zum Beispiel vor Behandlungsstart durchgeführte Chromosomenanalyse der Partner führt zu KEINER Verringerung des Down-Risikos. Viele dieser Störungsbilder sind kaum oder nicht vor der Geburt des Kindes erkennbar bzw. entwickeln sich auch oft erst in späteren Lebensphasen.

Wir empfehlen auf jeden Fall bei ALLEN Kindern, die mit IVF/ICSI oder auch Insemination gezeugt wurden, eine umfassende Schwangerschaftsbegleitung inklusive einem sogenannten "Frühscreening" (Ultraschall, NIPT TEST) in der 11. bis 13. Schwangerschaftswoche und einem "Organscreening" in der 20. bis 22. Schwangerschaftswoche.

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Ihr Dr. Leonhard Loimer