Weltweit hat jedes sechste Paar Probleme mit der Fortpflanzung auf natürliche Weise. Die Gründe verteilen sich gleichmäßig auf Frau und Mann, bei etwa 10 Prozent der Paare findet sich kein medizinischer Grund. Unfruchtbarkeit ist mit Lifestyle-Faktoren wie Rauchen, Körpergewicht und Stress verbunden. Vor allem das zunehmende Alter der Frauen in Bezug auf Kinderwunsch macht den Einsatz einer künstlichen Befruchtung oft nötig.
Seit der Geburt des ersten IVF-Babys im Jahr 1978 wurden mehr als 8 Millionen "Retorten"-Babys weltweit geboren, die meisten Behandlungen finden bei Frauen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren statt.
Europa ist führend bei künstlicher Befruchtung! Etwa 50 Prozent der weltweit durchgeführten IVF-Behandlungen werden in Europa durchgeführt. Im Jahr 2014 wurden fast 800.000 Behandlungszyklen aus 39 europäischen Ländern gemeldet. Im Vergleich dazu 150.000 Zyklen in den USA und 65.000 Zyklen in Australien und Neuseeland. China meldet leider nicht an das internationale Register. Die Anzahl der Behandlungszyklen ist in den letzten Jahren um 5 bis 10 Prozent pro Jahr gestiegen, das Wachstum zeigt zur Zeit Anzeichen einer Verlangsamung.
Im Jahr 2014 war Spanien mit mehr als 100.000 IVF Zyklen das mit Abstand aktivste Land in Bezug auf künstliche Befruchtung in Europa. In Frankreich wurden 90.000, in Deutschland 80.000, in Italien 69.000 und in Österreich 8.000 IVF-Zyklen durchgeführt.
Die aktivsten Einzelländer der Welt sind Japan (368.000 Zyklen im Jahr 2013) und die USA. Schätzungen zufolge führt China derzeit rund 800.000 Zyklen pro Jahr durch.
Weltweit werden jährlich rund 1,5 Millionen IVF-Zyklen gemeldet, woraus 333.000 Geburten resultieren. Es wird angenommen, dass die registrierten Zyklen etwa 70 Prozent aller Behandlungen ausmachen. So werden jährlich rund 2,4 Millionen Zyklen geschätzt, bei denen etwa 500.000 Babys geboren werden.
Der weltweite Bedarf für künstliche Befruchtung wird auf jährlich mindestens 1.500 Zyklen pro Million Einwohner geschätzt. In Belgien, der Tschechischen Republik, Dänemark, Estland, Griechenland und Slowenien wurden mehr als 4,0 % aller geborenen Babys mit künstlicher Befruchtung gezeugt. Dagegen wird der Anteil in den USA auf etwas mehr als 1 % der Gesamtgeburten geschätzt.
Es bestehen große Unterschiede zwischen den Ländern in der Anzahl der übertragenen Embryonen und den daraus resultierenden Mehrlingsgeburten. Es gibt jedoch einen Trend zur Übertragung von weniger Embryonen. Die durchschnittliche Gesamtzahl liegt bei 1,81 Embryonen pro Transfer. In Europa ist die Zwillingsrate pro Embryotransfer seit 2000 von 26,9 % auf 17,5 % im Jahr 2014 gesunken. Schweden hat die niedrigste Mehrlingsrate der Welt. In mehr als zwei Drittel aller Fälle wurde ein einziger Embryo übertragen.
In Europa lag die durchschnittliche Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer 2014 bei 35 % nach IVF, 33 % nach ICSI, 30 % nach eingefrorenem Embryotransfer und 59 % nach der Eizellspende. Bei Patientinnen unter 35 Jahren sind die Raten höher.
Die häufigste Behandlungstechnik ist ICSI. Insgesamt macht ICSI rund zwei Drittel aller Behandlungen weltweit aus, die konventionelle IVF rund ein Drittel. Diese Anteile sind jedoch von Land zu Land sehr unterschiedlich, auch wenn die Ergebnisraten bei jeder Technik vergleichbar sind. Die Erfolgsrate bei Transfer eingefrorener Embryonen steigt in Europa ebenso wie die Anzahl der eingefrorenen Zyklen.
Das Überstimulationssyndrom (OHSS) ist die häufigste Komplikation im Zusammenhang mit künstlicher Befruchtung mit einer Inzidenzrate von etwa einem Prozent.